Offshore-Umweltmonitoring: Das Leck in der Leitung sofort erkennen

Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

Offshore-Umweltmonitoring: Das Leck in der Leitung sofort erkennen © Rendering by Kongsberg Maritime Contros GmbH – Model courtesy of Oktopus GmbH and Kongsberg Maritime Contros GmbH
Offshore-Umweltmonitoring: Das Leck in der Leitung sofort erkennen
09.11.2016

Nummer Pressemeldung: 

29-2016
Offshore-Umweltmonitoring: Das Leck in der Leitung sofort erkennen

Leckagen an Offshore-Plattformen sind eine Gefahr für die Meeresumwelt und den Menschen. Das Monitoring-System FlexMoT erkennt Unregelmäßigkeiten und warnt vor Katastrophen. Vorgestellt wurde das System auf der diesjährigen OCEANS’16 in Monterey.

(Rostock/Darmstadt/Graz) Unfälle bei der Offshore-Öl- und Gasförderung sind gefährlich. Die Havarie der Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko vor rund fünf Jahren zeigt, wie hoch die Kosten für Natur und Verantwortliche sein können. Eine Lösung wurde nun auf der diesjährigen OCEANS-Konferenz präsentiert.

FlexMoT ist ein autonomes flexibles Monitoring-Tool, das im Wesentlichen zwei Aufgaben erfüllt: Es arbeitet einerseits als Langzeitmesssystem und kann andererseits auch kurzfristig in Notfallsituationen eingesetzt werden. Zudem ist der Rüstaufwand gering und die Daten sind schnell verfügbar. Anders als klassische Messsonden ermöglicht FlexMoT erstmals ein „Live-Monitoring“. Genutzt werden kann FlexMoT unter anderem als Frühwarnsystem im Bereich der Öl- und Gasförderung und zur Umweltüberwachung in den Feldern von Offshore-Windanlagen. Auch für andere Messaufgaben unter Wasser, beispielsweise für wissenschaftliche Dauermessungen sowie zur Gewässerüberwachung, ist das System geeignet. Erfolgreich getestet wurde es bereits in der Nordsee und im Skagerrak.

FlexMoT wird für seine Aufgabe am Meeresboden verankert. Es erfasst Parameter wie Salzgehalt, Druck und Temperatur mit seinen Sensoren. Zusätzlich wird die Konzentration von Gasen (wie z.B. Methan) in der Wassersäule erfasst, um beispielsweise Lecks zu detektieren. „Die Sensordaten steigen je nach Einstellung einmal täglich oder bei bestimmten Ereignissen in kleinen Kurieren auf und werden über GSM oder Satellit an eine Relais-Station gesendet“, erklärte Fraunhofer-Forscher Thomas Ruth in seinem Vortrag auf der OCEANS‘16. „So sind die Daten schnell verfügbar und das System ist unabhängig von teuren Oberflächenanbindungen zur Datenübertragung.“ FlexMoT kann so bis zu einem Jahr autonom arbeiten.

Das Gesamtsystem ist bewusst flexibel gestaltet. Es kann im Baukastenprinzip für unterschiedliche Einsätze und Anforderungen ausgerüstet werden. „Möglich sind Sensoren unterschiedlichster Art“, betont Ruth. „Gesammelte und abgelieferte Daten sowie der Zustand des Systems werden in einer neu entwickelten Software ausgewertet und dem Betreiber grafisch aufbereitet dargestellt.“ Dieser hat die Möglichkeit, sich auf mobilen Geräten eine schnelle Übersicht der aktuellen Situation anzusehen oder in eine tiefgehende Analyse der erfassten Daten zur Umweltüberwachung oder Forschung einzusteigen.

Beteiligt an der Entwicklung des BMWi-geförderten Projektes FlexMoT waren die Unternehmen Kongsberg Maritime Contros GmbH (Kiel), Oktopus GmbH (Hohenwestedt), LEONI Elocab GmbH (Georgensgmünd) sowie das Fraunhofer IGD (Rostock) und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (Kiel).

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